Phänomen 'Absaufen', Teil 2: Verhinderung von Kondensatrückstau
Maßnahmen zur Verhinderung von Kondensatrückstau
Der vorangegangene Abschnitt befasste sich mit dem für Kondensatrückstau verantwortlichen Mechanismus.
Zusammenfassend ließ sich sagen: Kondensatrückstau tritt auf, wenn aufgrund mangelnden bzw. invertierten Differenzdrucks (Druckunterschied vor und hinter dem Kondensatableiter) Kondensat nicht ausgetragen werden kann und es sich daher im Wärmetauscher ansammelt (Phänomen 'Absaufen').
Im Folgende beschäftigen wir uns mit Maßnahmen zur Vermeidung von Kondensatrückstau.
Welche Forderungen stellen sich zur Vermeidung von Kondensatrückstau?
Zur Vermeidung des 'Absaufens' des Wärmetauschers ist es notwendig Kondensat auszutragen, bevor es bis in den Wärmetauscher rückstaut.
Wie bereits erläutert, können Kondensatableiter kein Kondensat austragen, wenn der Vordruck vor dem Einlass des Ableiters (Primärdruck) geringer ist als der Druck am Auslass des Ableiters (Sekundärdruck). Eine Lösung des Problems bietet sich demnach, wenn sichergestellt werden kann, dass der Vordruck stabil höher bleibt als der Sekundärdruck.
Zur Erreichung dieses Ziels gibt es zwei Ansätze:
a) Erhöhung des Vordrucks
b) Verminderung des Drucks am Auslass (Sekundärdruck)
Maßnahme a) kann mit dem Einsatz einer mechanischen Pumpe (z.B. PowerTrap), Maßnahme b) mit einer Vakuumpumpe durchgeführt werden. Zur Vermeidung von Kondensatrückstau finden beide Methoden Anwendung.
Bei der Verwendung einer PowerTrap dient Dampf oder Luft als Antriebsmedium, um den Vordruck zu erhöhen und rückgestautes Kondensat auszutragen. Im Unterschied hierzu wird mit Hilfe einer Vakuumpumpe der Druck am Auslass des Ableiters unter den atmosphärischen Druck abgesenkt und dadurch der für den Kondensataustrag erforderliche Differenzdruck gewährleistet.
Grundsätzlich eignen sich beide Methoden zur Vermeidung von Kondensatrückstau in Prozessanwendungen, doch sollten bei der Entscheidung für eine der beiden Maßnahmen unbedingt die Betriebsbedingungen (spezifische Rückstaubedingungen, Installationsbedingungen, Anzahl der betreffenden Anwendungen) in Betracht gezogen und von qualifiziertem Fachpersonal vor Ort beurteilt werden.
Kein Vakuum in der Prozessanwendung, aber hoher Gegendruck
Vakuum in der Prozessanwendung




