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Grundlagen Kondensatableiter
Gegendruck am Kondensatableiter
Was ist Gegendruck?
Der „Gegendruck“ ist der Druck unmittelbar hinter dem Kondensatableiter. Mit anderen Worten: Der Gegendruck ist der Austritts- oder Sekundärdruck des Kondensatableiters. Die Differenz zwischen dem Eintrittsdruck (Primärdruck) eines Ableiters und dem Gegendruck wird als „Differenzdruck“ bezeichnet.
Was beeinflusst den Gegendruck?
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| Wird das Kondensat unmittelbar nach dem Kondensatableiter in die Atmosphäre abgeleitet, wird der Gegendruck mit 0 bar ü angenommen. |
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| Selbst wenn ein Kondensatableiter in die Atmosphäre ablässt, können Verengungen in den nachgelagerten Rohrleitungen, wie z. B. Krümmern, T-Stücken oder Ventilen, immer noch einen Gegendruck erzeugen. |
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| Vertikale Steigleitungen in der Kondensatleitung erzeugen einen Gegendruck in Form von hydraulischem Druck. |
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| Wenn das Kondensat in einen Entspannungsbehälter abgeleitet wird und der Druck im Entspannungsbehälter ansteigt, erhöht sich der Gegendruck entsprechend. |
Gegendruck und Durchsatzleistung
Wenn der Eintrittsdruck (Primärdruck) stabil bleibt, während der Gegendruck steigt, verringert sich der Differenzdruck des Kondensatableiters, wodurch seine Durchsatzleistung abnimmt. Im Gegensatz dazu steigt mit zunehmendem Differenzdruck auch die Durchsatzleistung des Kondensatableiters.
Maximal zulässiger Gegendruck (MABP)
Der Gegendruck beeinflusst nicht nur die Kondensatableitungskapazität des Kondensatableiters, sondern kann auch dessen ordnungsgemäße Funktion beeinträchtigen. Dementsprechend ist es auch wichtig, den maximal zulässigen Gegendruck eines Kondensatableiters zu berücksichtigen.
Der maximal zulässige Gegendruck eines Kondensatableiters ist der maximale Gegendruck, dem der Kondensatableiter ausgesetzt sein kann und trotzdem normal funktioniert. Er wird üblicherweise als Prozentsatz des Drucks am Einlass (Primärdruck) des Ableiters angegeben.
Für thermodynamische Kondensatableiter spielt der Gegendruck eine entscheidende Rolle dafür, wie der Kondensatableiter zyklisch arbeitet. Mit zunehmendem Gegendruck wird die Schließzeit des Ventiltellers kürzer, und die Zyklen rate. Irgendwann kann der Gegendruck so hoch werden, dass der Ableiter gar nicht mehr funktioniert und schließlich offen bleibt.
Unterschiede im zulässigen Gegendruck
Der maximal zulässige Gegendruck für thermodynamische Kondensatableiter beträgt in der Regel 50 % bis 80 % des Eintrittsdrucks, je nach Konstruktion. Zum Beispiel gilt: Bei einem Eintrittsdruck von 10 bar ü muss der Gegendruck weniger als 5 bar ü (wenn der maximale zulässige Gegendruck 50 % beträgt) oder weniger als 8 bar ü (wenn der maximale zulässige Gegendruck 80 % beträgt) sein. Mechanische Kondensatableiter, wie beispielsweise der Freischwimmer- Kondensatableiter Free Float®, haben hingegen einen relativ hohen maximal zulässigen Gegendruck (MABP) von über 90 %. Daher können bei einem Eintrittsdruck von 10 bar ü Freischwimmer®-Kondensatableiter in Anwendungen mit Gegendrücken über 9 bar ü.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der maximal zulässige Gegendruck je nach Art des Kondensatableiters unterschiedlich ist. Bei der Auswahl eines Kondensatableiters muss neben der Berücksichtigung der Durchsatzleistung auch der Gegendruck am geplanten Einbauort berücksichtigt werden.
Bei der Umrüstung eines Systems zur Rückgewinnung von atmospährischem Kondensat aus Kondensatableitern, ist es wichtig, den Gegendruck an diesen Ableitern zu ermitteln und zu bestimmen, wie sich dieser sowohl auf die Ableitleistung als auch auf den Betrieb der Ableiter auswirkt.



